Kochen bei Allergien

Als ich am Anfang meiner „Allergiker-Karriere“ stand, war ich erst mal eigentlich nur verzweifelt. Nach der Diagnose, bei der raus kam was ich alles nicht mehr essen konnte bzw. sollte, stand ich ratlos in meiner Küche und habe mich gefragt, ob ich jemals wieder was auf den Teller bringe, was auch nur annähernd schmeckt. Zumal ich beruflich einiges zu tun habe, viel auf Reisen bin und meist nicht die Zeit habe stundenlang in der Küche zu stehen.

Also beschloss ich für mich, dass es zwei Möglichkeiten gibt: entweder ich verzichte auf gutes Essen und nehme es als gegeben hin, dass alles um das Thema Essen mehr oder weniger für mich vorbei ist oder ich finde neue Zutaten und Zubereitungsmöglichkeiten.

Wer mich schon kennt weiss, dass ich den zweiten Weg gewählt habe. Zuviel spielt sich in unserer heutigen Gesellschaft rund ums Essen ab. Die ganze Welt trifft sich in der Gastronomieszene oder auf Events, es werden Rezepte getauscht, über Essen und Genuss philosophiert.

Das wollte ich nicht alles aufgeben und mich ausschließen.

 

Also bin ich auf die Suche nach Zutaten gegangen, die weitgehend verträglich sind. Auf der Suche dahin bin ich erstmals über die sogenannten Allergenen-14 gestolpert. Die ich bis dahin nicht kannte.  Welche Lebensmittel das sind, sieht man hier in der Liste, die durch die EU veröffentlicht wurde. Das sind auch die Stoffe, die seit einiger Zeit von den Nahrungsmittelherstellern auf den Produkten klar deklariert sein müssen.

Ausnahmen mache ich bei Getreide. Ich vertrage kein Mais-, Reis-, Soja- oder Kartoffelmehl, sondern nur Dinkel. Viele Rezepte sind bei mir dennoch Glutenfrei. Mittlerweile versuche ich viele Gerichte mit entsprechendem Mehl auszuprobieren.

Ich kann zum Glück Fisch essen und ab und an ein paar Meeresfrüchte, sowie Schafs- und Ziegenmilch. Diese verwende ich allerdings meist nur in Form von Käse. Geschmolzenem Käse kann ich kaum widerstehen. Das ist definitiv ein Suchtmittel für mich!

Viele Jahre habe ich vegetarisch gegessen. Dabei ging es mir schlechter als heute. Niemand hat es verstanden. Heute hab ich es kapiert. Ich habe wie viele Vegetarier viel Eiweiss aus Soja, Milchprodukten und Hülsenfrüchten geholt. Und das sind genau die Sachen auf die ich reagiere. Seit ich etwas Fleisch und Fisch in meine Ernährung einbaue geht es mir viel besser. Von der Menge ist es viel weniger als es hier aussieht. Hier spiegeln sich ungefähr 1 -2 Gerichte pro Woche wieder und das sind immer die guten :)

Die restlichen Mahlzeiten bestehen bei uns meist aus Obst, Gemüse, Salaten oder abends gern einfach mit Gemüsesuppen oder -pfannen.

 

Viele meiner Rezepte sind alltagstauglich, und somit einfach in der Zubereitung und lecker. Ich versuche immer auch althergebrachte Rezepte so abzuwandeln, dass sie für mich als Allergiker auch passen.

Heute bin ich an dem Punkt, an dem ich ausschließlich das esse was mir auch bekommt. Und selbst wenn wir Gäste haben koche ich nur noch Gerichte, die auch ich ohne Probleme genießen kann. Meistens bemerken sie gar nicht, dass es etwas für mich speziell gemachtes ist. Häufig sind sogar einige Menschen total erstaunt, dass das was sie gerade genossen haben, Teil einer Allergiker-Ernährung war. Denn es war lecker und voller Genuss. Keine Spur von Verzicht und fadisiertem Essen.

Da es Lebensmittelallergien auf so vielfältige Weise gibt, können meine Rezepte womöglich auch für Dich nur Inspiration sein. Du weisst selbst am besten, was Du verträgst und was nicht. Ich versuche viele Tipps zu geben, so dass Du die Rezepte einfach auf Deine Bedürfnisse zuschneiden kannst. Meistens ist es nicht schwer. Wenn Du z.B. keine Kokosmilch verträgst oder magst, nimm eine Getreide- oder Reismilch, die für Dich passt. Genauso geht es meist wunderbar mit Mehl. Ich z.B. nehme statt Weizen immer Dinkel. In Italien hat man statt Weizen Kamut entdeckt, was viele Menschen vertragen. Ich gehöre leider nicht dazu. Aber es ist ja auch nur ein Beispiel. :)

Viele Betroffene haben mir gesagt, dass viele bequeme Zutaten beim Kochen fehlen. Das ging mir am Anfang auch so. Plötzlich fehlten mir Gemüsebrühe, Senf, Pesto oder profaner Ketchup um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Entsprechende Convenience-Produkte auf dem Markt, die auf Allergiker Rücksicht nehmen bzw. auf Mehrfachunverträglichkeiten, habe ich wenig bis gar nicht gefunden.

Und da es himmlisch einfach ist diese Dinge selber zu machen und gut zu konservieren, habe ich jetzt immer einen selbstgemachten Vorrat im Keller in Gläsern verpackt oder in der Tiefkühltruhe.

Wenn Dir  kein Ersatz für eine in einem Rezept angegebene Zutat einfällt, dann melde Dich bei mir. Zusammen werden wir ganz bestimmt eine leckere Lösung finden.

Ich freue mich von Dir zu hören.

Steffi

1 Kommentar zu „Kochen bei Allergien“

Das Kochbuch zum Blog
Cover Kochbuch anie's delight

Über 250 neue Rezepte für eine
kreative und genussvolle Küche trotz Lebensmittelintoleranzen.

Inhalt: 224 Seiten, ca. 250 Rezepte
und 220 Rezeptfotos
Format: 190 mm x 245 mm,
Broschur Fadenheftung gebunden
ISBN 978-3-00-034180-9

Mehr Info & Bestellen auf:
www.anies-kochbuch.eu
Guck ins Buch
Leser auf Facebook
Top Food-Blogs