Stefanie – Anie
Stefanie
Ich bin Stefanie oder kürzer gesagt: Anie. Ich habe Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten vielfältiger Art und Weise. Bei meinen letzten Allergietest wurden von 200 Lebensmitteln 45 herausgefiltert, die ich fortan meiden muss. Somit sind bei mir beinahe alle Lebensmittel verboten, die die Grundnahrung unserer westlichen Welt ausmachen. Z.B. Milch, Weizen, Kartoffeln, Sellerie, Reis, Tomaten, Kaffee, Tee, Rindfleisch, Schweinefleisch, Äpfel, Bananen, Zucker etc.
Nach dieser Diagnose vergingen erst einmal einige Tage, in denen ich hauptsächlich Koch- und Fachbücher las, die sich mit dem Thema Lebensmittelallergien beschäftigten. Meine Liebe zu leckerem Essen und zu kulinarischen Genüssen wollte ich nicht aufgeben. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass das von einem auf den anderen Tag vorbei sein sollte.
Ich möchte Genuss, Lifestyle und Freude am Essen!
Doch wie passt das überhaupt zusammen? Lebensmittelallergien und Genuss beim Essen. Wenn ich den Büchern Glauben schenken sollte, dann wäre genau das nicht gegangen. Die Bücher suggerierten mir geradezu, krank zu sein, Verzicht üben zu müssen, einen langen steinigen Weg vor mir zu haben. Und wenn ich mir die traurigen Bilder der Speisen ansah, verging mir fast der Appetit. Nein, das konnte nicht die Lösung sein. Ich entschied mich dafür, dass ich auch als Allergiker lecker essen möchte. Wieso auch nicht?? Es ist fast so als soll man darben, schlecht essen, sich mies fühlen und nur noch auf sich selber schauen. Das kann ich auch bei gutem Essen. Schauen, ob es mir gut geht.
Dann begab ich mich auf die Suche nach Dingen, die ich noch essen konnte. Und ich war erstaunt, wie viel ich doch noch genießen durfte, ohne Gefahr zu laufen, dass mein Köper mit Ablehnung reagiert. So habe ich angefangen, eigene Kompositionen von Gerichten zu schaffen oder Altbekanntes so abzuwandeln, dass es für mich passt, es trotzdem schmeckt und lecker ist. Vor allem habe ich mir Gedanken gemacht, wie man Rezepte im Convenience-Bereich schaffen kann. Gerade die sind für die meisten Allergiker wegen zum Teil vieler Zutaten, nicht mehr verwendbar. Und diese schnellen Convenience Helfer sind einfach super, wenn es mal schnell gehen soll.
Inspiration für meine Rezepte hole ich mir vor allem beim Lesen von Kochbüchern, Magazinen und bei Erzählungen von anderen Menschen und Betroffenen. Diese Ideen setze ich um und probiere sie aus. Viel fällt mir auch auf dem Wochenmarkt und bei den Gemüsehändlern ein, wenn ich die frischen Waren sehe.
Bei meinen Rezepten verzichte ich weitgehend auf die Zutaten, die in der Liste der Allergenen 14 definiert sind. Einige Ausnahmen mache ich bei Getreide. Denn ich vertrage Dinkelmehl und dafür kein Mais-, Reis-, Soja- oder Kartoffelmehl, was sonst meist als Ersatz für Getreide verwendet wird.
Ich habe sehr viele Menschen kennengelernt, die auch von Allergien betroffen sind und so manches Mal ratlos am Herd standen. So kam mir die Idee, meine Rezepte als Inspriation auch anderen zur Verfügung zu stellen. So entstand und entwickelt sich täglich anies-delight.
Das Besondere an meinem Blog ist: Alle Rezepte sind wirklich einfach, lecker und schnell gemacht. Und es gibt viele Tipps, wie die Rezepte für jeden individuell abgewandelt werden können. Ich möchte, dass auch andere Betroffene ihre Freude an gutem und genussvollem Essen wiederfinden. Und so, wie die einzelnen Menschen die Lebensmittel vertragen.
Ich bin keine Fachperson mit einer Ausbildung zu medizinischem Rat oder Diagnosen. Ich kann nur meine Rezepte mit Lebensmitteln hier einstellen, die für mich genau passen. Dazu sehen Sie sonst bitte meinen Disclaimer.
Und ein professioneller Koch bin ich auch nicht, aber kochen war in meiner Familie immer sehr wichtig. Was sicher auch damit zusammenhängt, dass mein Großvater Franzose war. Und er liebte es gut zu essen und zu genießen. Meine Großmutter lebte einige Jahre in Frankreich. Als die Beiden nach Deutschland umzogen, brachten sie einige wunderbare Rezepte mit.
Ich setze diese Tradition mit Männern aus der Mittelmeerrgeion mit meinem Partner, der aus Italien ist, nun fort. Was die Sammlung unserer Familienrezepte umso einige Nuancen erweitert.
Heute bin ich an dem Punkt, an dem ich ausschließlich das esse, was mir auch bekommt. Und selbst wenn ich Gäste habe, koche ich nur noch Gerichte, die auch ich ohne Probleme genießen kann. Das Schöne ist, dass es meine Gäste gar nicht bemerken, dass sie Sachen essen, die speziell für mich als Allergikerin zubereitet wurden. Sie genießen einfach – so wie ich.
Einer meiner Träume ist, auch in der Öffentlichkeit nicht weiter belächelt zu werden und ohne große Diskussion lecker essen zu können, sowie mich mit vielen Betroffenen hier auszutauschen, denn das Motto sollte für uns alle sein: Allergiker aller Länder vereinigt euch!
Ich freue mich auf Feedback und wünsche schon jetzt viel Spaß beim Lesen und Kochen.
Anie
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Hallo Anie!
Wirklich wunderschöner Blog, bei dem die Bilder auch direkt nach dem Essen gleich wieder hungrig machen!
Und Hut ab dafür, dass du es anscheinend wirklich schaffst, dich an deine Lebensmittelverbote zu halten! Ich musste – wenn auch nur krankheitsbedingt – auch schon längere Zeit auf viele Lebensmittel verzichten und es gab einige, bei denen mir das sowas von schwer fiel und ich dann doch immer wieder ein klein wenig gesündigt habe.
Aber zumindest weitestgehend ist es möglich, auch mit Verzicht unglaublich lecker zu essen, und dass viele Fertigprodukte wegen der Unmenge an seltsamen Inhaltsstoffen verboten sind, ist eigentlich nur bei ganz großer Eile mal ein Nachteil. Ansonsten weiß man bald, dass es ohne oder selbstgemacht eh viel besser schmeckt!
Liebe Grüße,
Ina
Liebe Ina,
ich freue mich, dass Dir mein Blog gefällt. Und es ist auch für mich nicht immer einfach mich an alle “Verbote” zu halten. Ich probiere es täglich auf’s neue. Zuhause sind wir jetzt gut darauf eingerichtet. Richtig schwierig ist es für mich in der Gastronomie, auf Reisen oder auch bei privaten Einladungen. Da muß ich fast immer Kompromisse eingehen. Die sich leider meist rächen.
Einmal von Fertiggerichten richtig entwöhnt, schmecken sie eigentlich nie wieder… Auch wenn es manchmal fein wäre wegen der Schnelligkeit.
Ich freue mich auf Deine weiteren Besuche.
Herzliche Grüße
Anie