Heidelbeer Pie

Bickbeeren heißen die bei uns im Norden. Und sie dümpelten schon länger im Tiefkühler rum. Am allerallerliebsten mag ich sie in Verbindung mit Cheesecake nach englischer Art. Der im Normalfall für mich so was von verboten ist. Dabei mag ich ihn so. Genauso wie New York Cheesecake – herrlich. Das hat mich mal wegen meiner Allergie auf Kuhmilch zu Schafsfrischkäse greifen lassen. Vor Jahren, kurz nach der Diagnose und als ich noch sehr unerfahren in Bezug auf die „neue“ Art zu kochen war. Die Gäste damals, die in den Genuss kamen, waren sehr höflich auf die Nachfrage, ob es denn schmeckt. Als Fazit kann man eher sagen, dass Schaffrischkäse sich für herzhafte Dinge besser eignet. Nee geht gar nicht! Da kann man sicher besser als Soja vertragender Mensch, zu denen ich nicht gehöre, zu Sojamilchprodukten tendieren.

 

Wenn wir aber gedanklich schon mal in England sind, liegt ein Pie doch sehr nah. Und die mag ich auch liebend gern. Dafür habe ich einen Mürbeteig gemacht. Mit 500 g Dinkelmehl, 250 g Butter, 100 g Puderzucker. Die Zutaten in eine Schüssel geben und mit den Händen bzw. zwischen den Fingern verreiben. Dann in der Schüssel eine Mulde machen und 2 Eier hineingeben und eigentlich einen Schuss Milch. Den habe ich durch Hirsemilch ersetzt. Es geht aber auch jede andere Getreidemilch oder Sahne. Die Eier kann man eigentlich weglassen. Allerdings lässt sich Mürbeteig durch die Zugabe von Eiern besser ausrollen. Seit kurzem habe ich keine Probleme mehr mit Hühnereiern und so haben wir seitdem immer viele Bioeier im Kühlschrank. :) Habe ein paar Jahre nachzuholen….

 

Nicht zu viel kneten und für eine Stunde in den Kühlschrank stellen.

 

Später ca. die Hälfte des Teigs ausrollen und eine mittelhohe feuerfeste Schüssel damit auskleiden.  Mit einer Gabel ein paar Löcher in den Boden piksen und im Ofen bei 180°C ungefähr 20 Minuten blindbacken.

Die Früchte (wie viel es waren – weiß ich nicht mehr so) habe ich auftauen lasen und mit ein paar Löffeln Rohrohrzucker gesüßt und Maisstärkemehl drunter gerührt. Eine Prise Salz noch dazu und sonst nix. Die Früchte auf den Boden verteilen und die andere Hälfte vom Teig ausrollen. Diese Platte als Deckel auf die Früchte bzw. Form gelegt und mit der Gabel auch hier ein paar Löcher einstechen, dass der Dampf entweichen kann. Im Ofen bei 180°C ca. 40 Minuten backen lassen.

Dazu gab es meine Interpretation von Custard, die ich total vergessen habe zu fotografieren. Für die Sauce halbe halbe Hirsemilch und Sahne mit einer ausgekratzten Vanillestange aufkochen und mit Maisstärkemehl binden. Die Hirsemilch ist so süß, dass ich keinen weiteren Zucker oder ähnliches mehr brauchte. Als Maßstab sollte man mich in der Frage nicht nehmen…. esse so gar keinen Zucker und so bin ich echt der Süße entwöhnt. Also für die „Leckermäulchen“ gern viel mehr Zucker nehmen. Wer die Vanillesauce gern etwas gelber hätte, kann sie gut mit ein paar Krümeln Kurkuma färben.

 

Lecker lecker… vorher gab es übrigens Beef mit Guinness in Puff-Pastry für einen allergiearmen englischen Abend.

Der Pie ist je nach Mürbeteig frei von Weizen oder glutenfrei. laktosefrei, eifrei wenn man mag und frei von Soja sowieso. Und sogar vegan.

2 Kommentare zu „Heidelbeer Pie“

  • Bickbeeren..noch nie gehört! Wieder was gelernt.
    Abgesehen davon, gehören Heidelbeeren schon immer zu meinen Lieblingsbeeren. Im Tiefkühler sind immer mehrere Beutel,damit ich mir sofort eine kleine Tarte machen kann wenn ich Lust drauf habe.
    Wie dein Pie, nur ohne Deckel.

    Viel Genuss mit blauen Zähnen wünsche ich dir!

    • anie:

      Bickbeeren kannte ich vor Heidelbeeren. Als Kind wusste ich gar nicht, dass das gleiche ist. Ich meinte immer Bickbeeren findet man nur im Wald und Heidelbeeren auf dem Feld. Wilde Bickbeeren färben auch noch viel besser. Da hilft nicht mal Zähne putzen. Nur mehrfach :D
      Liebe Grüße
      Steffi

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