Kartoffelrolle mit Bärlauch und Zitronenbutter

 

Zu diesem Rezept hat mich Barcalex von alle kochen mit seinem Bärlauchpesto inspiriert und Robert von lamiacucina mit der Polentarolle. Aufgerollt sehen die Gnocchi viel besser aus, als als kleine Kugeln und Pesto drunter- und drüber gemischt.

 

Und natürlich sollte das Rezept schon weit vor Pfingsten online gestellt sein… Wo kriegste denn jetzt noch Bärlauch? Dennoch das Wetter hat uns raus gelockt. Mein Südtiroler und ich haben den nordischen Osten unsicher gemacht. Ein paar schöne Tage rund um Wismar und Schwerin verbracht bei perfektem Wetter und viel Fisch. Und das Rezept passt jetzt hervorragend zum Thema grün bei Uwe sprich highfoodality. (Den entsprechenden Banner bekomme ich gerade nicht heruntergeladen.. folgt.)

 

Vor einiger Zeit hatte ich Innsbruck Bärlauchblätter gekauft. Das ist an sich nichts besonders und doch war ich froh, welchen gefunden zu haben. Ich kaufe genau wie Pilze diese Dinge lieber. Mit Maiglöckchenblättern möchte ich keine Bekanntschaft machen und vertraue beim Bärlauchkauf lieber Kennern als mir selber. Den Rest des Bärlauchs habe ich als Pesto verarbeitet und im Kühlschrank ein paar Tage aufbewahrt. Wer den Bärläuch nicht so gern hat, kann sehr gut Rucolapesto verwenden. Vor allem jetzt außerhalb der Saison.

 

Für den Teig wollte ich unbedingt einen Versuch machen, diesen glutenfrei und ohne Ei hinzubekommen. Ich habe beides bereits ausprobiert, sprich entweder mit Mehl oder Ei oder beides. Ohne beides ist neu für mich. Nach der Recherche im Internet ging es mir wie so oft. Es gibt gefühlte 5 Millionen Rezepte und am Ende bin ich nicht schlauer, welches ich jetzt machen soll. Auf vielen Blog bzw. von vielen Bloggern wurde das Rezept von Nicole Stich von delicious days nachgekocht. Ihre Gnocchi kommen ganz ohne Mehl aus. Dafür wird Quark genommen. Das klingt sehr lecker. Leider zu Kuhmilchlastig für mich.

 

Das italienische Koch-Buch aus der Montadori Reihe gibt an, dass man pro Kilogramm Kartoffeln 250 g Mehl verwendet. Und nur das – also ohne Ei. Wir haben einen Versuchsteig mit Dinkelmehl zusammengerührt. Mein Südtiroler war überzeugt, dass das perfekte Gnocchi zustande bringen wird. Hm. Also mit dem Mischverhältnis war er, der Teig, nicht knetbar. Mit mehr Mehl wurde es gut formbar aber sehr mehlig im Geschmack. Eigentlich sollten die Italiener ja wissen, was sie da in den Büchern schreiben. Bei uns hat das Rezept nicht gut funktioniert. Wobei sie schon im Text angeben, dass man ein Ei dazugeben soll, wenn es nicht gut klebt. Die Kartoffeln sollen zusätzlich noch warm sein, wenn man sie schält und durch eine Presse drückt. Keinen Mixer oder Passiersieb nehmen, damit werden die Gnocchi nicht leicht und fluffig, sondern klebrig. Alles getan. Verbrannte Finger beim Südtiroler und doch kein befriedigendes Ergebnis.

 

Er hat sie dennoch im heißen Wasser gar ziehen lassen und sie sich mit Bärlauchpesto umhüllt schmecken lassen. Nach der Garung waren sie schon locker und sind ziemlich aufgegangen. Nur eben etwas mehlig im Geschmack.

 

Zeitgleich habe ich mit ein paar Kartoffeln einen gluten- und eifreien Versuch gestartet. Das hat sehr gut funktioniert.

 

 

Glutenfrei

350 g Kartoffeln

50 g Kartoffelstärke

25 g Kichererbsenmehl

Salz

1 Prise Muskat

 

 

Der Teig ließ sich super kneten. Beim nächsten Mal werde ich versuchen das Kichererbsenmehl zu reduzieren. Es schmeckt schon ein wenig nach Bohne. Es klebt super, hat aber eben auch einen Eigengeschmack, der sich allerdings in Verbindung mit dem Pesto relativiert. Aber dennoch. Vielleicht klappt es mit etwas weniger auch.

 

 

Den Kartoffelteig habe ich ca. 30/40 Minuten stehen lassen, so dass die Zutaten zusammen sich gut vermischen und aufquellen konnten. Dann habe ich hitzebeständige Klarsichtfolie, die ich endlich bei der Metro finden konnte, auslegt und etwas Teig darauf ausgerollt.

Wir hatten das Thema vor kurzem schon mal, dass mir bei dem Gedanken an normale Klarsichtfolie und heißes Wasser nicht so wohl war. Andere Köche machen das durchaus. Als Vorschlag der Güte würde ich sagen, jeder entscheidet das für sich und ich nehme die hitzebeständige… :D

 

Darauf habe ich das Pesto hier gestrichen:

Fürs Pesto

50 g Bärlauch

1 Handvoll Sonnenblumenkerne

2-3 EL Sonnenblumenöl

Salz

 

 

Die Rolle kann ich mir auch gut mit Rucola- oder Zitronenmelissepesto vorstellen, wem der Bärlauch zu intensiv oder bereits aus der Saison ist.

 

Jetzt nur noch die Rolle vorsichtig aufrollen und in heißen nicht kochenden Wasser im Topf gar ziehen lassen. Je nach Dicke der Rolle dauert es ungefähr 15-20 Minuten.

 

Dazu gab es bei uns dann nur noch etwas geschmolzene Butter und Zitronenschalenzesten.

 

So entsteht leicht und einfach ein beinahe perfektes Gericht.

Frei von Gluten, Laktose, Eiern, Nüssen, Soja und vegetarisch und dazu vegan, wenn man nicht wie wir geschmolzene Butter dazu isst, sondern einfach ein leckeres Olivenöl drüber träufelt.

14 Kommentare zu „Kartoffelrolle mit Bärlauch und Zitronenbutter“

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