Sardine verdrängt Hering aus der Pfanne

 

Eingelegte Fische machen mich irgendwie glücklich. Gebraten und säuerlich sollen Sie sein. Mit Zwiebeln und Rosinen. Mein absoluter Favorite sind Sardinen in Sour nach venezianischer Art. Die man bei uns auf dem Markt samstags kaufen kann. So gut und lecker, dass ich meist nicht widerstehen kann, obwohl die über ein Allergiepotenzial für mich verfügen, dem ich mich danach immer stellen muss. Jedenfalls finde ich die Sardinen besser als die nordischen Bratheringe. Die schmecken mir nicht so gut. Geschmacklich schon, aber ich habe den gefühlten Eindruck, dass die über noch mehr Gräten verfügen als andere Fische. Und dass die Gräten durch den sauern Sud weich und essbar werden finde ich bei Heringen überbewertet.

Daher habe ich es jetzt mit Sardinen ausprobiert, die es ganz frisch auf dem Markt gab. Wahrscheinlich liegt es mit den Gräten daran, dass die Fische einfach kleiner sind, als Bratheringe im Allgemeinen. Ein Kilo habe ich uns jedenfalls gegönnt. Die ersten wurden nur gebraten und zusammen mit Salat serviert und vernichtet. Lecker mit einem Südtiroler Gewürztraminer vom Weingut Klaus Lentsch dazu und etwas Brot.


Die Sardinen müssen ausgenommen, gesäubert und vom Kopf befreit werden. Wer mehr Glück als ich hat, dem macht es der Fischhändler. Bei der Menge hat der unsrige gestreikt.

Dann braucht man sie nur mehr in Mehl zu wenden und in reichlich neutralem Öl zu braten bis sie durch sind. Ich habe Sonnenblumenöl verwendet. Ein bisschen salzen noch. Und Dinkelmehl statt Weizenmehl. Ein paar habe ich mit Maisstärkemehl probiert zu braten. Das hat gut funktioniert. So kann man die Fischchen auch glutenfrei machen. Nach dem Braten etwas abkühlen lassen bis sie in den Sud kommen, den ich halbe halbe hamburgisch und venezianisch versucht habe. Das Ergebnis ist sehr lecker.

Für den Sud:
350 ml Apfelessig
150 ml Wasser
1 Gemüsezwiebel
4 EL Rohrohrzucker
1 Handvoll Rosinen
je 3 Wacholder- und Pimentkörner
½ TL Senfsaat gelb
1 kleines Stückchen Ingwer geschält
Salz und Chili nach Geschmack

350 ml Apfelessig und 150 ml Wasser in deinem Topf zum Sieden bringen. Eine Gemüsezwiebel in Ringe schneiden und diese mit in den Topf geben und solange köcheln lassen bis die Zwiebel glasig und weich ist. Alle weiteren Zutaten mit aufkochen. Die Fische in eine verschließbare, wärmebeständige Box geben, mit dem Sud übergießen und 2-3 Tage im Kühlschrank durchziehen lassen.

Dazu sind Bratkartoffeln (eine Vielzahl an Rezepten gibt es gerade bei Heike auf dem Blog hier) und ein grüner Salat einfach herrlich vor allem in den Nachkarnevalszeit am nächsten Tag…. :D

Heike hat mich heute dann durch ihren Kommentar auf die Idee gebracht, dass Fische im Sud im weitesten Sinne was mit Tunken zu tun haben. Ich wollte für Ihren Blogevent Tunken bei Zorra eigentlich Gemüse in Öl tunken. Sprich Pinzimonio machen. Aber diese Idee hatte nicht nur ich. Bei den eingereichten Rezepten sind schon ein paar gebadete Gemüse in Bagna Cauda und kalt in Öl mit etwas Salz da.  So braucht es nicht mehr von mir dazu. Also nehme ich einfach meine in Sud eingetunkten Sardinen.

 


9 Kommentare zu „Sardine verdrängt Hering aus der Pfanne“

  • Sozusagen Sardinen in Tunke *g

    Ich hab noch nie Brathering gegessen, liegt wohl an der Optik. Gebratene Heringe/Sardinen gern. Eingelegt auch. Aber beides?
    Sollte ich wohl doch mal tun :)

  • anie:

    Ist auf jeden Fall einen Versuch wert :D. Das Du das schon zu Tunke zählst, darauf bin ich nicht gekommen. Wollte noch was anderes tunken für Deinen Event bei Zorra. Oder ich mache beides? grübel

  • mhs:

    Nachkarnevalszeit?!? Liebelein, hab isch da wat verpaß? Bei uns im Rheinland ist Aschermittwoch erst am 22. Februar
    Ansonsten bin ich sehr d’accord mit dir: Sardinen sind besser als Hering. Aber süss-sauer? Ich glaube, da führ ich das Allergiepotential ins Feld und lass anderen den Vortritt.
    LG
    mhs

    • anie:

      So fern ist der Aschermittwoch nun auch nicht mehr. Da ist es doch gut, wenn man das passende Rezept schon gefunden hat und die Fischchen müssen auch noch ein paar Tage marinieren. Mit Süßsauer haben wir Hamburger es bekanntlich und es schmeckt herrlich. Bei den gekauften Versionen werfe ich meine Allergien ab und an auch über Board. Vielleicht solltest Du es mal probieren. :D.

      Eine gute Faschings- und Karnevalszeit im Rheinland…
      Steffi

  • Hat das mit den Gräten geklappt? Dann wäre das evtl. auch ein Rezept für Sardinen, mit dem ich mich anfreunden könnte.

    • anie:

      Mir kommen die Gräten in der Sardine kleiner vor. Ich habe vor dem Essen die größere Mittelgräte entfernt. Dann ist es für mich prima. Probiers mal aus…

  • Wo steht die Pfanne ???
    Brot hab ich ;o)
    Ich liebe das, im Urlaub gab es sowas alle 2 Tage ;o)

    Lg Kerstin

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