Süße Klöbenknödel mit Limoncello-Zabaione

 

Kulinarischer Adventskalender 2011

Wie es dazu gekommen ist, ist eine längere Geschichte zu der ich ein wenig ausholen muss. Ich freue mich mit diesem Beitrag ein Teil des diesjährigen kulinarischen Adventskalenders von Zorra zu sein. An dieser Stelle vielen Dank. Es sind in jedem Jahr so zahlreiche schöne und inspirierende Rezepte und Geschichten im Kalender zu finden und es gibt bei Zorra viele tolle Sachen, die man gewinnen kann. Das sollte sich keiner entgehen lassen. :D

Hier der direkte Weg zum Kalender(klick)

Hamburger Klöben, in Bremen heißt er Klaben, gerät mit den Jahren fast in Vergessenheit. Es ist als setzt sich der Dresdner Stollen mehr und mehr durch. Früher wurde bei uns in der Familie zur Weihnachtszeit immer Klöben selbstgebacken und Dresdner Christstollen haben wir direkt aus Dresden (damals – noch vor 20 Jahren) geschickt bekommen.

 

Nach langer Zeit habe ich einen Original Stollen aus Dresden von einem „Einheimischen“ geschenkt bekommen und schwelgte in den Weihnachts-Klöben-Stollen-Erinnerungen und habe nach den Original-Familien-Rezepten gefahndet. Nach diversen Umzügen konnten wir nur mehr Fragmente von Rezepten finden. Meine Oma hatte die Angewohnheit sich meist nur die Zutaten aufzuschreiben und die Mengen nicht weiter beachtenswert zu finden.

 

Wie soll ich das festlegen, der Teig muss sich so anfühlen oder so weich sein oder so fließen, irgendwas in der Art war die Antwort auf Nachfrage ob man es nicht mal definieren könne. Wenn das Rezept dann doch mal aufgeschrieben wurde, konnte man dennoch davon ausgehen, dass es bei ihr doch anders geschmeckt hat. Meine Mutter hat mal jahrelang probiert ein bestimmtes süßes Hefebrot nach Omas Rezept zu backen. Es war immer anders. Es war gut – aber eben anders. Meine Oma konnte es nicht verstehen, weil sie garantiert das genauso gemacht hat. Wir sind am Ende zu dem Schluss gekommen, das sie vielleicht heimlich rein spuckt und dass das der entscheidende Punkt ist und haben das Hefebrot ad acta gelegt.

 

Der Klöbenbrauch war einfach so eingeschlafen mit den Jahren. Eigentlich bin ich auch nicht so der Rosinen-Sukkade-Orangeate-Fan. Als Kind habe ich zumindest die Rosinen großzügig aus dem Klöben gepult und war froh als Bäcker auf die Idee kamen auch welchen ohne zu machen.

 

Meinem Südtiroler, der Klöben nicht kennt aber steif und fest behauptet das es eh nix anderes ist als Panettone, wollte ich das Gegenteil beweisen. Also habe ich mir das Familienrezept geschnappt und es ausprobiert. Es sind vielleicht beinahe die gleichen Zutaten wie im Panettone aber dennoch ist die Konsistenz anders und er schmeckt auch anders. Klöben ist ein sogenannter Stutenteig, den man im Norden das ganze Jahr bekommt. Mit Streuseln obendrauf und ganz frisch, noch ein bisschen warm: der Wahnsinn. So gut.

 

So habe ich den Klöben gemacht:

25g frische Hefe

6 EL lauwarmes Wasser

500 g Dinkelmehl oder glutenfreies Mehl

100 g Zucker oder Agavendicksaft

125 weiche Butter oder Margarine

4 Eier

je 1 Prise Salz, Anis, Kardamom und Zimt

Die Hefe mit dem Wasser verrühren und einen Moment stehen lassen. Alle anderen Zutaten dazu geben und zu einem Teig mischen. Diesen abdecken und an einem ruhigen warmen Ort gehen lassen.

Ich lasse Hefeteige immer mehrere Stunden gehen. In diesem Fall habe ich ihn 5 Stunden in Ruhe gelassen.

 

Dann habe ich ihn durchgeknetet und in kleine Stückchen geschnittene kandierte Orangen- und Zitronenschalen, sowie Rosinen hinzu gemengt.

 

Jetzt bleibe ich in Oma’s Tradition…… so viele wie man braucht, dass man das richtige Verhältnis zwischen Teig und Rosinen und kandierten Fruchtstückchen hat. :D

Ich habe es nicht aufgeschrieben wie viel es war und kann mich nicht erinnern. seufz.

 

Nach dieser zweiten Knetaktion habe ich dem Teig noch etwas Zeit gegeben. Um ihn dann auf ein Backblech zu geben. Klöben wird in der Form wie Brot gebacken. Ich habe den Teig jedoch einmal eingeschlagen, das gefiel mir optisch besser. Dann ab mit ihm in den Backofen – bei 175°C sollte er ca. 45 Minuten backen. Ebenso wie Hefebrot. Wenn man auf die Rinde klopft und sich der Klöben hohl anhört ist er fertig.

 

Etwas abkühlen lassen. Das ist wichtig! Klöben ist man im Norden am liebsten mit viel Butter obendrauf und die würde ja bei Wärme nur schmelzen. Geht gar nicht. :)

 

Er ist mir gut gelungen und meinem Südtiroler hat es auch geschmeckt, wenn doch das ein oder andere Mal noch dieses Panettone-Wort fiel.

Und da kam mir die Idee. Ich werde Knödel aus den Resten machen! European-Fusion-Food! So verbindet sich der Norden mit dem Süden.

 

Es ist genug übrig geblieben. Nein hatte nichts damit zu tun, dass er nicht so gut war, sondern mit der Tatsache, dass ich gleich einen Teil für das Knödel-Experiment gesperrt habe.

 

Bei der Überlegung wie man den Knödel dann nicht so nackt auf dem Teller servieren kann, fiel mein Blick auf unseren hausgemachten Limoncello aus Positano-Zitronen, die mir im Sommer der Cousin meines Südtirolers mitgebracht hat. Das ist, um nicht noch ausschweifender zu werden, eine andere Geschichte…. Ein guter gekaufter Limoncello tut es auch oder ein Orangenlikör. Nachdem ich die Fotos im Kasten hatte, fiel mir ein, dass frische Orangenfilets sicher eine wunderbare Ergänzung zu den Knödeln sind und noch mehr Fruchtigkeit ins Dessert bringen.

 

Beim nächsten Mal werde ich es so probieren, denn nach dem geglücktem Experiment habe ich beschlossen: den Nachtisch gibt es bei uns Weihnachten!

 

Knödel für 6 Personen

200 g Klöben trocken in kleine Würfel geschnitten (man kann es sicher auch mit Stollen probieren. Und für alle, die kein Gluten wollen, habe ich letztens glutenfreie Stollen entdeckt, damit geht es sicher auch.)

200 ml Kokosmilch

2 Eier

50 g Dinkelbrösel (bei glutenfrei, natürlich glutenfreie verwenden)

 

Alles vermengen und ungefähr eine halbe Stunde gut durchziehen lassen. Danach einen Probeknödel machen und im simmernden Wasser köcheln bzw. garziehen lassen.

Wenn es gut gegangen ist, noch weitere 17 kleine Knödelchen formen und im Topf garen.

 

Zabione

2 EL Puderzucker

2 sehr frische Eier (ich habe Bioeier vom Bauern meines Vertrauens verwendet)

1 kl. Schnapsglas Limoncello

 

Die Zutaten vermischen und über einem Wasserbad schlagen, bis eine Creme entsteht.

 

 

Knödel und Zabione auf Tellern anrichten und mit etwas Puderzucker bestreuen.

 

Ich wünsche allen eine wunderbare verbleibende Zeit bis Weihnachten, einen grandiosen 4. Advent, ganz tolle Tage mit den Lieben, sehr viel Freude und ein gesegnetes Fest.

 

 

 

 


2 Kommentare zu „Süße Klöbenknödel mit Limoncello-Zabaione“

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