Fischsuppe, die eigentlich Zarzuela werden wollte.

 

Vor Jahren habe ich in Spanien in einem Dorf in den Bergen (nicht weit vom Meer entfernt) Fischsuppe serviert bekommen. Zarzuela um genau zu sein. Mir war Zarzuela zu dieser Zeit nicht als Suppe, sondern eher als die Bezeichnung für Musik bekannt. Welche genau damit gemeint war, habe ich erst heute im Internet genauer erforscht. Bei Wikipedia ist zu lesen, dass Zarzuela eine Art spanisches Musiktheater bezeichnet ähnlich unserer Operette.

 

Bei der Suppe war ich also ein wenig skeptisch. Traditionell wird bei uns in der Familie eher Bouillabaisse gegessen, wie schon berichtet. Kulinarisch bin ich aber meist nicht abgeneigt neue Sachen auszuprobieren. So eben diese katalanische Fischsuppe. Was soll ich sagen. Sie war megalecker. So lecker, dass ich heute noch von ihr träume. Verrückt eigentlich. Ich weiß sonst von den Umständen um diese Suppe nix mehr. Weiß nicht mehr den Ort, wo es sie gab, ich kann mich nicht mehr genau erinnern mit wem es war, das Jahr? Keine Ahnung! Nur noch der Geschmack, das Aussehen und der Duft der Suppe ist geblieben. Man könnte jetzt anfangen das zu analysieren, welches Problem in der Verdrängung der Sachen so steckt. Sei es drum. Ein wenig verrückt ist wohl jeder. Bei mir ist es der Geschmack rund um die Kulinarik.

 

In diesem Sommer hat mich auf dem Markt so viel frischer Fisch angemacht und die Gerüche und wohl auch die Stimmung waren reif dafür mich an meine eigene Zarzuela zu machen. Im übrigen haben wir den Sommer auf dem Berg verbracht, was wohl zu der Entscheidung beigetragen hat.

 

Die Zutaten, die ich in Erinnerung hatte waren: verschiedene Fischarten, Muscheln, Tomaten, Knoblauch, Zwiebeln und etwas Wein. Im Netz habe ich später unterschiedlichste Varianten gefunden. Mit Safran, Noilly Prat, Petersilie, Paprika, Mehl, Zitronensaft und noch so einiges mehr.

 

In diesem Fall hat das Netz mir eher Verwirrung als Klarheit verschafft und ich habe versucht aus den gut klingenden Rezepten für mich das Beste rauszuholen und mein eigenes zu kreieren.

 

Am Ende hatten wir eine wunderbar schmeckende Fischsuppe, die Zarzuela werden wollte, es aber nicht war. Jedenfalls nicht so wie damals vor langer Zeit in einem Dorf in den katalanischen Bergen. Zu dünnflüssig! Gut, ich hatte auf die Mehlierung der Fische verzichtet. Vielleicht war es das. Oder doch was anderes.

 

Den Suppenrest hat mein Italiener übrigens zu Nudelsauce verarbeitet. Das war unter uns gesagt viel leckerer als mein Fischsuppenkochexperiment aus der Vergangenheit.

 

Hat jemand vielleicht das ultimative Zarzuela-Rezept, so dass ich es nochmal wagen kann?

 

 

So habe ich es gemacht:

 

1 gelbe Zwiebel
6 Tomaten
6 Knoblauchzehen
5 Stängel Petersilie
¼ l trockener Weißwein
1 Schnapsglas Vermouth
3 EL Olivenöl
1 Prise Safran
Salz, Chili und etwas Zitronensaft

300 g Seeteufel
300 g Kabeljau
100 g Tintenfisch

500 g Mies- und Venusmuscheln
200 g Garnelen

Die Zwiebeln fein hacken, Tomaten schälen und in Stückchen schneiden, Knoblauch schälen und halbieren.

In einem Topf in Olivenöl die Zwiebeln und Knoblauch andünsten bis diese glasig sind. Die Tomatenstücke dazu geben. Mit Weißwein ablöschen. Mit einem Teelöffel Salz würzen und eine Prise Safran, 2 große Gläser Wasser in den Topf geben und aufkochen lassen.

Dann für ca. 30 Minuten köcheln lassen. Die gut geputzten Muscheln kommen jetzt auch in den Topf.

Vermouth und Petersilienstängel dazu legen. Den Fisch in Stücke schneiden und unbedingt auf Grätenfreiheit überprüfen. Und auch diesen mit in den Topf legen.

Als letzte Meeresfrüchte kommen die Scampis bzw. Garnelen an die Reihe. Alles kurz köcheln, besser garziehen lassen bis der Fisch durch ist und die Muscheln sich geöffnet haben. Die Suppe zum Schluß mit Salz und Chili abschmecken.

9 Kommentare zu „Fischsuppe, die eigentlich Zarzuela werden wollte.“

  • Hast du nie Sand in der Suppe, wenn du die Muscheln direkt in die Suppe gibst? Ich liebe Fischsuppe auf jede Weise!

  • Mit einem Rezept kann ich leider auch nicht dienen, aber ich hätte auch mal wieder sooo Lust auf eine gute Fischsuppe. Zumal ich so selten experimentieren kann, weil der Mann leider Fischverschmäher ist. Aussehen tut´s jedenfalls lecker!

  • Schade, daß meine alten Kochbücher so weit vergraben in Kisten liegen, sonst würde ich da sofort mal suchen …
    Aber vielleicht findest Du ja einen spanischen Foodblog in englischer Sprache …

  • Alex:

    Habe im Leben noch nie Fischsuppe gemacht, weder eine französische noch eine italienische, geschweige denn eine spanische, aber deine sieht nachahmenswert aus (vor allem wenn man mit den Resten so eine tolle Pasta noch zaubern kann). LG

  • Ina:

    Hm… Fischsuppe mag ich ja ganz generell überhaupt nicht, aber dafür deinen Blog und deine Rezepte im Allgemeinen ganz besonders!
    Daher eine kleine MItteilung: Es geht nämlich ein kleiner Blogaward um, und möchte gerne auch in dein Trophäenregal einziehen. Allerdings nur Selbstabholung, und zwar hier… ;)

    Ganz liebe Grüße,
    Ina

    • anie:

      Liebe Ina, vielen lieben Dank für die Verleihung des Awards an mich. Ich freue mich, dass es Dir hier so gut gefällt, dass Du mir sogar einen Preis verleihst. Ich hole ihn mir gern bei Dir ab.
      Ganz liebe Grüße zurück an Dich.

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