Friarielli, Cime di Rape, Broccoletti, Spargelkohl und Co.

Auf dem Markt entdeckt: Friarielli, Cime di Rape, Broccoletti oder auch Spargelkohl!

Wie man sie auch immer nennt. Wobei es soll Unterschiede geben. Ich habe bisher die Sorten unter Cime di Rapa oder Friarello probiert und keinen Unterschied feststellen können. Ich bin wahrscheinlich ein Genussbanause….

Das erste Mal habe ich das Gemüse vor zwei Jahren auf der Vinitaly in Verona entdeckt. Dort sind in einer Halle auch Lebensmittel-Produzenten zu finden. Herrlich. Wer zu dem Termin der Vinitaly zufällig in Verona sein sollte, sollte sich die Messe nicht entgehen lassen.

Dort habe ich die besten Olivenöle, Kaffeesorten, Schokolade mit echten Trüffeln, überhaupt Nougat, Pestos, Käse, Schinken usw. usw. usw. entdeckt. Und eben marinierten Friarelli. Der Händler sagte uns, dass es aus der Gegend von Neapel kommt.  Das Gemüse kannten wir in der Form nicht. Mein Liebster hat jedoch einen Cousin aus Positano (was ja nicht weit weg von Neapel ist), den er sofort anrief um zu fragen, ob er das Gemüse kennt. Kannte er!

Beim nächsten Besuch hat er das Gemüse dann auch tütenweise mit in den Norden geschleppt und wir haben bei ihm eine Spargelkohl-Session gemacht. So ist wohl die deutsche Übersetzung zu Friarelli. Oder weiß jemand eine bessere?

Im Normalfall wird der Kohl gewaschen und mit Olivenöl, Knoblauch und Peperoncini zubereitet. Das haben wir auch gemacht und leckeres Apulisches Brot und die beiden noch gebratene Salsiccia dazu gegessen. Für mich brauchte es nicht mehr als das Brot. Außer noch einen kräftigen Schluck Merlot.

In diesem Jahr habe ich das Grünzeug auf dem Markt entdeckt und sofort stellte sich das Verlangen ein. Weil ich kein Dinkelbrot zur Verfügung hatte, habe ich es mit Nudeln ausprobiert. Und ganz allein heimlich verspeist. Ich weiß jetzt ehrlich nicht, ob ich es öffentlich machen sollte oder ob jeder Italiener weltweit die Nase rümpft und den Kopf schüttelt mal wieder über so viel deutsche Unwissenheit.

Frei nach dem Motto: Ma va, wie kann man den Friarelli mit Maccheroni zusammen bringen…. (Dabei die rechte Hand, alle Fingerkuppen zu einem Punkt vereint, auf und ab bewegend, abgelöst von Zeigefinger der rechten Hand an die Stirn tippend…)

Mir hat’s geschmeckt!! Der Deutschen… ;-))

Rezept

4 kg Friarielli
1 rote Chilischote in feine Ringe
Salz
2 Knoblauchzehen in feine Scheiben
Öl

Zubereitung:

  1. Die Friarielli waschen, und nur die zarten und jungen Triebe nehmen.
  2. Das Öl in einer großen Pfanne erhitzen
  3. Die Chiliringe und Knoblauch sowie die Friarielli zugeben und anbraten.
  4. Ab und zu umrühren und dann den Deckel drauf tun ca. 4 – 6 Minuten dünsten lassen und salzen.

Als Beilage schmeckt sehr gut eine grobe Bratwurst sprich Salsiccia und Baguette.

19 Kommentare zu „Friarielli, Cime di Rape, Broccoletti, Spargelkohl und Co.“

  • als past‘ e broccoletti mache ich das auch immer wieder gerne.

  • Alex:

    Ich kenne sie unter cime di rapa und es ist eines meiner Lieblinggemüsesorten. Als ich sie zum ersten Mal hier in Deutschland im türkischen Supermarkt gefunden habe, wäre ich fast vor Freude in Tränen ausgebrochen. So lecker. Genauso wie Löwenzahn.

  • Britta:

    Super lecker schaut das aus.
    Da bekommt man gleich Hunger :-))

  • Antje:

    Ich mach Cime di Rapa immer mit Nudeln und es hat sich noch niemand beschwert. Weil es einfach lecker ist.

  • Ich meine, wir hätte Cime di Rape in Lecce mit Orecchiette gegessen -sehr lecker.
    Muß ich mal die Augen offen halten, ob ich das hier irgendwo finde.

    • anie:

      In der Gegend um Lecce gibt es sicher Friarelli. Leider habe ich dieses Gemüse in Deutschland noch nicht entdeckt. Wobei ich einen Bericht gesehen habe, wo gesagt wurde, dass das Gemüse jetzt auch in Deutschland angebaut werden soll. Daher halte ich auch die Augen ganz weit auf.

  • Vanessa:

    Cime di Rape! Lecker! :) Ich bin ja aus Lecce und kenne sie auch in Verbindung mit Orecchiette. Allerdings werden sie im Salento auch sehr gerne frittiert! Dazu nimmt man die größeren „Köpfe“ taucht diese in einem Hefeteig und anschließend in heißem Öl. Nicht sehr kalorienarm, aber dafür sehr lecker!!! :)

  • Michele Vitiello:

    Hallo und Gutentag.

    Für alle Freunde der Italienische Küche, möchte ich folgendes klar stellen.

    Friarielli, Napoletanischer Dialekt, Testa di rapa Italienisch.

    Und jetzt ganz wichtig es handelt sich NICHT um Spargelkohl. Sonder um STÄNGELKOHL.

    Ihr konnt es selbst googlen.

    Guten Appetit.

  • Hasenfreund:

    Hallo! Toll mal eine Erklärung und paar Rezepte zu finden! Ich verfütter dieser Gemüse schon seit langem an meine Kaninchen, hab mich aber noch nie getraut es selbst zu essen. Den Kaninchen scheint es zu schmecken. Übrigens kaufe ich das immer bei Real!

  • joli:

    Cime di rapa ist das Hauptgemüse, lang und teilweise dick und hart, je nach Jahreszeit. Friarielli sind nur die zarten Triebe und Blumen und dementsprechend teurer. Am besten schmeckts eben nur im Olivenöl scharf angebraten, darf ruhig knusprig werden.
    Viel Knoblauch und Peperoncini. Nur wenn die Triebe dick sind vorher im Wasser leich kochen, abtropfen lassen und anbraten.
    E Guete

  • Lois Angeles:

    Vielen Dank für die Aufklärung und Zubereitungsvorschläge hier!
    Wir haben die Friarielli kürzlich in Venedig in DER Chicchetti-Osteria überhaupt, Ostaria dai Zemei,entdeckt. Dort wird das Weißbrot mit Salsiccha und, oben drauf, mit ansautierten und dann leicht im Sud „gezogenen“ Friarielliblättern serviert. Für mich das Superchicchetto zum Gläschen.

  • Helga:

    Habe das Gemüse von einem ital. Freund dieses Jahr das erste Mal geschenkt bekommen und ewig nach dem Namen gesucht.
    Meine Zubereitung: Blätter und zarte Stängel kurz mit wenig Wasser dünsten, passieren. 1. Würzen wie Grünkohl. Gebratene Ziegenknacker dazu und Kartoffeln. 2. Würzen wie Spinat, dazu Spiegelei und Kartoffeln.
    3. Die dickeren Stängel abziehen – ähnlich wie bei Brokkoli. Mit ganz wenig Wasser dünsten, braune Butter darüber. Würzen ist nicht nötig. Guten Appetit

    • anie:

      Toll eben auch auf Pizza mit Salsiccia! Oder jetzt im Winter immer wieder gern einfach mit etwas Knoblauch und Olivenöl. Schade dass die Saison schon wieder vorbei ist.

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