POT AU FEU, der Feuertopf
In meinem letzten Post hatte ich angekündigt, dass ich eigentlich auf Fleisch und Fisch für einige Zeit verzichten wollte. Doch ich konnte nicht anders! Es war wie höhere Gewalt. Wir waren auf dem Berg, wo ein gigantisches Gewitter die Temperaturen um 20°C hat fallen lassen. Und weil uns dadurch echt kalt und fröstelig war und…und jetzt kommt die höhere Gewalt: es gibt in der Wohnung einen Holzofen, auf dem man kochen kann.
Wie mega ist das denn?
Jedenfalls kommt mir dann immer als erstes ein Gericht in den Sinn, welches meine Großmutter aus Frankreich mitgebracht hat. Denn sie hat dort mit ihrem französischem Mann einige Jahre gelebt. Und diese Zeit hat sie in ihrer Norddeutschen Küche frankophil inspiriert.
Wir haben bei uns in der Familie schon immer Fusion gekocht. Man könnte sagen, Hamburgisch mit Französisch. Das passt gut zusammen.
Auf jeden Fall hat sie immer diesen Pot au feu gemacht, der superlange kochen muss und wo man viel Zeit braucht. Nicht zum Kochen selber, sondern für den Feuertopf an sich.
Bei so einem Hüttenabend mit dem geschürten Ofen, kocht es sich ganz von selbst und verbreitet nach einiger Zeit einen wunderbaren Duft, so dass man es kaum erwarten kann, bis endlich alles fertig ist.
In unserem „Familien Feuertopf“, es gibt massenhaft unterschiedliche Rezepte, kommt: Rindfleisch, Hühnchen, Karotten, weiße Rüben, Weißkohl, Zwiebeln, Lauchzwiebeln, Lorbeerblatt, Salz, Chili, Petersilie, Porree-oder Lauchstange.
Natürlich kann man auch einfach einen Suppenbund nehmen und die anderen Zutaten dazugeben. Ich verzichte jedoch immer auf Sellerie, wie meiner Allergie. Eigentlich auch auf Porree, aber den hat mein Liebster mitgebracht und ich wusste sonst nicht wohin damit.
Das ist das Schöne an dem Pot au feu, man kann sehr variieren und schon was essen, noch was hinzufügen. Es ist immer lecker.
Mein Großvater hat mir dazu erzählt, dass früher in den Küchen über dem offenen Feuer immer so ein Topf mit dem Gemüseresten und Fleisch hing. So brodelte die Brühe immer vor sich hin. Wenn jemand eine gute Brühe brauchte, konnte man sie sofort essen oder anderen Gerichten beisteuern. Und das Gemüse schmeckte auch noch.
Beim Feuertopf werden alle Zutaten nur geschält bzw. gewaschen und in ganzen Stücken im Topf aufgesetzt. Das Fleisch und Gemüse wird, wenn es gar ist, dann separat von der Brühe gegessen. Bei uns gab es das immer mit Tomatensauce oder auch mit Meerrettich.
Die Schnippelarbeit entfällt also. Ich bilde mir ein, dass auf diese Art gekocht, das Gemüse sowieso viel besser schmeckt, als wenn man es schon zerkleinert aufsetzt.
So hat also bei unserem Abend in den Bergen die Suppe über Stunden auf dem Holzherd vor sich hin gesimmert und weil wir ein wenig faul waren eine extra Sauce zuzubereiten, haben wir das Fleisch und Gemüse nicht im Ganzen verzehrt, sondern nach dem Garen in die Suppe hineingeschnitten. Es war so herrlich, die Suppe zu löffeln und in die Sterne zu gucken und nebenbei war beinahe Vollmond.
Rezept:
Für einige Personen
1 weiße oder gelbe Zwiebel
1 Kg Rindfleisch, wie Bein oder Schulter
4-5 Liter kaltes Wasser
4-5 Stängel glatte Petersilie
1-2 Lorbeerblätter
4-5 TL Meersalz
2-3 Chilischoten scharf
1 ganzes Huhn
1 Pfund Möhren
1 Porreestange
1 weiße Rübe
½ Weißkohl oder ein ganz kleiner
3-4 Lauchzwiebeln
einen richtig großen Topf
- Die Zwiebel halbieren und im Topf ohne Öl anrösten bis sie an der Schnittkante sehr braun ist.
- Das Rindfleisch, Petersilie, Lorbeer, Salz und Chili in den Topf geben
- Wasser aufgießen und ca. 45 Minuten simmern lassen.
- Ab und an den aufsteigenden Schaum mit einer Schöpfkelle abschöpfen.
- Das Huhn im Ganzen dazugeben. Darauf achten, dass das Fleisch und Gemüse immer mit genügend Flüssigkeit bedeckt ist. Weitere 45 Minuten leise köcheln lassen.
- Gemüse in der Zwischenzeit schälen und in ganzen Stücken lassen und ab in den Topf.
- Weitere 45 Minuten simmern lassen bis alles gar ist oder auch länger, je nachdem wie schonend die Hitzezufuhr ist.
Ich lasse die Brühe immer nur vor sich hin simmern. Das Fleisch bleibt bei diesem Schonend-Garen herrlich saftig und bei dem Topf braucht es, wie schon erwähnt einfach Zeit.
Dazu passt eine leckere Tomatensauce oder Meerrettich.
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Pot-au-feu gibts bei uns meist im Winter, oder auf Berghütten :-) Wir essen das auch gerne auswärts, weil wir zu zweit nie einen grossen Topf mit mehreren Fleischsorten ansetzen.
@lamiacucina
Ja, genau auf die Berghütten passt es und der Ofen war so verlockend darauf zu kochen.
Wir haben dann gefühlte 10 Tage Suppe gegessen. ;-)))