So oder so… Gastbeitrag von Mellie

Bei Lebensmittelallergien erlebt man in Restaurants immer wieder die unterschiedlichsten Sachen, sowohl positive als auch negative.

Als uns unser Bürokollege anlässlich seiner Hochzeit zu einem sehr guten Italiener, den man durchaus in die Kategorie “Gehobene Küche” rechnen kann,  in direkter Elblage in Hamburg einlud, habe ich mir anfangs kaum Sorgen um das gesetzte Menü gemacht, da ich mir dachte, in einer so guten Küche werde ich schon ein paar Extrawünsche erfüllt bekommen.

Weit gefehlt… Zum Nachtisch waren marinierte Erdbeeren vorgesehen, die ich aufgrund der Zutaten nicht essen konnte. Auf meine Frage, ob ich einfach nur schlichte, geschnittene, ungezuckerte, nicht angemachte Erdbeeren bekommen könnte, entbrandte ein schier endloses Gespräch darüber, dass das nicht möglich sei, da alle Erdbeeren bereits fertig angemacht seien und ob ich nicht vielleicht diese oder jene Alternative haben möchte. Meine immer wieder wiederholten Antworten, dann nehme ich einfach gar keinen Nachtisch, wurden mit immer neuen Vorschlägen eines Nachtischs (die ich allesamt nicht vertrug) schlichtweg ignoriert, was dazu führte, dass der Hauptgang aller Kollegen, der bereits serviert war, langsam kalt wurde und in Ermangelung einer besseren Beschäftigung (schließlich wartet man, bis alle soweit sind…) mir alle Kollegen interessiert zuhörten.

Liebe Kellner, es war bestimmt nur nett und hilfsbereit gemeint, aber nach einer kurzen Erörterung der Möglichkeiten (oder eben keiner Möglichkeiten), sollte man das Thema dann auch auf sich beruhen belassen und nicht unablässig darauf herumreiten.

Genau diese Sonderstellung, die man unweigerlich dadurch aufgezwängt bekommt, ist es, was zumindest mir immer wieder zu schaffen macht. Ein einfaches “Tut mir leid, dann haben wir nichts Passendes für Sie” hätte mir durchaus gereicht und ich hätte mich wohler gefühlt, anstatt danach auf all die zwangsläufig auftretenden Fragen und Mitleidsbekundungen der Kollegen reagieren zu müssen.

Liebe Köche, es gibt viele Menschen, die nicht unbedingt alles vertragen. Bitte denkt auch an diese Gäste und haltet ein paar Zutaten unbehandelt zurück, um ggf. auf Sonderwünsche eingehen zu können.

Abgesehen davon war ich bei einem so hochpreisigen Restaurant sowieso überrascht, dass es keine frisch zubereiteten Gerichte (zumindest beim Nachtisch) gibt, sondern alles bereits vorbereitet ist.

Da hat mein “kleiner” Italiener um die Ecke ganz anders reagiert: Ohne groß zu hinterfragen bekam ich meine Pizza mit Büffel-Mozzarella statt des normalen Kuhmilchkäses und zum Nachtisch: frische, ungezuckerte Erdbeeren!

Vielen Dank, La Figlia, von so einem zuvorkommenden und flexiblen Service können wir Allergiker noch viel mehr gebrauchen!

Lasst es Euch gesund schmecken,

Mellie


Kommentieren

Ja, ich möchte die Mailliste Subscriben

Das Kochbuch zum Blog
Cover Kochbuch anie's delight Über 250 neue Rezepte für eine kreative und genussvolle
Küche trotz Lebensmittel-
intoleranzen.

Inhalt: 224 Seiten, ca. 250 Rezepte
und 220 Rezeptfotos
Format: 190 mm x 245 mm,
Broschur Fadenheftung gebunden
ISBN 978-3-00-034180-9

Mehr Info & Bestellen auf
www.anies-kochbuch.eu
Guck ins Buch
Leser auf Facebook
Letzte Meldungen
  • Informationen laden noch...