Risotto mit Lagrein

Risotto mit Rotwein. Der Gedanke daran war schon sehr gewöhnungsbedürftig. Die Farbe und so…..

Das erste Mal bin ich mit diesem Risotto in Südtirol in Berührung gekommen. Erst habe ich mich geziert, ob ich ihn überhaupt will. Aber der Geschmack hat mich überzeugt. Wenn man über die Skepsis mit der Farbe hinweg ist, kommt nur noch der Genuss. Versprochen. Wobei der erste gegessene Rotwein-Risotto schon gut war, aber dann beim zweiten Mal war es himmlisch. Genossen auf einer Alm am Karrer Pass in den Alpen. Er, der Risotto, hatte noch Radicchio aus Treviso darin vereint. Sehr lecker. Das wollte ich dann auch für mich haben und das Rezept in meine Sammlung aufnehmen und immer wieder zubereiten können. Ich liebe diese Art von Experimenten.

Ich habe zwar beim Kochen noch eine Diskussion mit meinem Liebsten führen müssen, der Italiener ist und die wissen es eh immer besser. Aber auch er war am Ende zufrieden mit meiner Kochkunst und hat brav den Teller geleert.

In einem italienischen Kochbuch habe ich gelesen, dass der Risotto mit Rotwein ursprünglich aus dem Piemont kommt und mit Barolo gemacht wird. Aber die Toskaner machen es inzwischen auch und dann mit Chianti. In Südtirol, wo ich das Gericht kennengelernt habe, nimmt man meistens Lagrein. Diese Traube wird in Südtirol angebaut. Ich habe den Lagrein Morus aus der Kellerei Lentsch, Branzoll verwendet. Der ist fast zu schade, um ihn in den Topf zu gießen. Aber wie eine Freundin meiner Mutter immer gesagt hat: nur die besten Zutaten machen die besten Gerichte.

Den Risottoreis und die Schalotte habe ich im Topf mit einem Klacks Butter kurz anrösten lassen und dann mit Gemüsebrühe abgelöscht. Und wie es beim Risotto immer wieder wichtig ist, nach und nach umgerührt und nach und nach Brühe dran gegossen. Die meisten Köche empfehlen den Wein in einem separaten Topf erst mal vorsichtig reduzieren zu lassen, damit sich die Säure und der Alkohol verflüchtigt. Ich habe es mir einfach gemacht und abwechselnd mit der Brühe immer wieder Wein an den Reis gegeben. Zudem habe ich Radicchio geschnippelt und in den Topf gegeben und richtig mit durch garen lassen. Wenn jetzt alle die Hände über den Kopf zusammen schlagen: Ich habe es auch schon aufwändiger probiert. Es schmeckte nicht anders. Es hat nur mehr Arbeit gemacht.

Und mir war der Wein zu schade ihn so lange kochen zu lassen. Ich bin ein Freund von der trockenen Weinharmonie, die etwas säuerlich rüberkommt.

Und am Ende habe ich an Butter nicht gespart, was den Geschmack des Weines mit der Schalotte und den Pecorino herrlich in himmlische Gefilde katapultiert hat.
Parmesan statt Pecorino gibt dem Risotto eigentlich seinen Kick. Parmesan macht ihn etwas milder und harmonischer. Pecorino gibt ihm eine wenig herbere Note.

Aber da Parmesan nur in Kuhmilchqualität erhältlich ist, ist er für mich nicht erlaubt aufgrund meiner Allergien. Deshalb gibt es bei uns immer wieder Pecorino.

Rezept

2 Personen
Zeit ca. 30 Minuten

160 g Arborio Reis
1 Schalotte in feine Würfel geschnitten
500 ml Gemüsebrühe oder 2 EL Gemüsepaste plus 500 ml Wasser
1 Klacks Butter oder 1 EL Olivenöl
1 kleiner (ca. 100g) Radicchio Trevisano oder der kleine Kuglige
200 ml Rotwein, wie Lagrein, Barolo oder Chianti
1 TL Salz je nach der Salzigkeit der verwendeten Brühe
3 EL geriebener Pecorino oder Parmesan
30 g Butter
4 – 5 Blätter glatte Petersilie

  1. Den Reis mit der Schalotte und dem Klacks Butter im Topf kurz anrösten
  2. Mit Gemüsebrühe ablöschen. Im ersten Schritt mit ca. 100 ml
  3. Warten bis die Flüssigkeit weitgehend vom Reis aufgesaugt ist und wieder Brühe hinzufügen
  4. Jetzt abwechselnd umrühren, Brühe oder Wein nachgießen, umrühren usw.
    Nach ca. 15 Minuten den Radicchio dazugeben und mit schmoren lassen
  5. Wenn der Reis gar aber noch bissfest ist, die Butter und den Pecorino unterrühren und alles ist fertig.
  6. Jetzt nur noch die Petersilie hacken und darüber streuen.

Kommentieren

Das Kochbuch zum Blog
Cover Kochbuch anie's delight

Über 250 neue Rezepte für eine
kreative und genussvolle Küche trotz Lebensmittelintoleranzen.

Inhalt: 224 Seiten, ca. 250 Rezepte
und 220 Rezeptfotos
Format: 190 mm x 245 mm,
Broschur Fadenheftung gebunden
ISBN 978-3-00-034180-9

Mehr Info & Bestellen auf:
www.anies-kochbuch.eu
Guck ins Buch
Leser auf Facebook
Top Food-Blogs