Brot ohne Hefe

Zu diesem Rezept hat mich meine Freundin Marlies inspiriert. Sie verträgt keine Backhefen und hat unzählige Male herumexperimentiert Brot eben ohne Hefe zu backen und dabei nicht immer den totalen Sauerteiggeschmack zu haben.

Sauerteigbrot schmeckt wirklich gut, doch wenn es nur noch das sein darf und nicht mal eine andere Geschmacksrichtung, kann es schnell zu viel werden. Nach zu viel Genuss eines Lebensmittels schmeckt auch das beste und leckerste Essen überhaupt gar nicht mehr.

Deshalb habe ich in alten Kochbüchern herumgestöbert, ob ich nicht etwas finde was den Teig aufgehen lässt, aber anders als Sauerteig schmeckt. Wenn man ein Brot zum Beispiel nur mit Backpulver backt, habe ich festgestellt, dass es eine ziemlich dröge und eher feste als lockere Geschichte wird. Alles in allem nicht sehr befriedigend.

In einem amerikanischen Buch habe ich ein Rezept mit Baking Soda gefunden. Das ist es!, dachte ich so bei mir, bis ich darauf kam, dass Baking Soda in Deutschland meist unter dem Namen Natron bekannt ist und Natron ein Hauptbestandteil von Backpulver ist. Das ist jedoch schon mal die Erfahrung wert, dass man es wie Backpulver verwenden kann. Ich mag Backpulver nicht sehr gerne verwenden, weil es immer mit Stärke, wie Maismehl versetzt ist. Und genau drauf regiert mein Körper mit Antipathie.

Aber auch nur mit Natron hatte ich noch nicht den durchschlagenden Erfolg beim Brot backen. Denn nur Backpulver mit Natron zu tauschen war und ist nicht das Ziel.

In einem Bauern-Kochbuch aus Südtriol habe ich gelesen, dass früher häufig, wenn keine Hühnereier zur Hand waren, diese durch Essig ausgetauscht wurden. Essig treibt auch den Teig und macht ihn luftig und locker. Was beim Kuchen funktioniert sollte doch auch beim Brot gehen. Das habe ich sofort in die Tat umgesetzt und das Ergebnis mit Natron und Essig war schon ziemlich gut. Ich war nur noch nicht so ganz zufrieden und habe dann für dieses Rezept eine Dreierkombination gestartet. Ein wenig Sauerteig, Natron und Essig. Das hat mich und mein „Esserisches Umfeld“ überzeugt.

Jetzt muss ich es nur noch Marlies vorstellen. Bin gespannt, was sie dazu sagt….

Am Rande sei erwähnt, dass ich den Teig ohne Sauerteigansatz zu Pizzateig verarbeite.

Bei beiden Varianten mache ich aber noch eine Sache, die sich bewährt hat: Ich lasse den Teig immer genauso lange gehen wie normalen Hefeteig. Vielleicht bilde ich es mir ein, aber ich bin der Meinung, damit wird das Brot viel lockerer.

Und noch was: Das Brot schmeckt nicht nach Hefebrot, wie auch…

Der Geschmack erinnert ein wenig an Roggen oder ganz entfernt an fluffige Salzstangen.

Ganz lecker wird es wenn man noch Brotgewürz oder Kräuter oder Gemüse, wie Zwiebeln oder was auch immer mit unter den Teig mischt.

Rezept

für ein größeres Brot

Leichter Sauerteig

(der braucht 1 – 2 Tage)

100 ml Wasser
100 ml Vollkorn-Dinkelmehl (es muss Vollkorn sein, sonst funktioniert es nicht)

  1. Die beiden Zutaten verrühren, die Schüssel mit Folie abdecken und ein bis zwei Tage stehen lassen, bis sich Blasen im Vorteig bilden und es ein wenig säuerlich riecht

Brotteig

leichter Sauerteig
300 ml Wasser
500 g helles Dinkelmehl
2 TL Natron
1 guter EL Obstessig
2 EL Oliven- oder Sonnenblumenöl
2 TL Salz

  1. Alle Zutaten in einer Schüssel vermischen und zu einem Teig vermengen
  2. Sollten Sie nur Vollkornmehl anstelle von hellem Mehl nehmen, brauchen Sie etwas mehr Wasser
  3. Teig in der Schüssel abdecken und eine Stunde an einem warmen Ort gehen lassen
  4. Umrühren und gut kneten
  5. Und nochmal eine Stunde gehen lassen
  6. Den Teig in eine Brotform geben und im Ofen bei 200°C ca. 40 Minuten backen
  7. Wenn der Ofen aufgeheizt und das Brot schon drin ist, eine Espressotasse voll Wasser mit Schwung (nur den Inhalt der Tasse) in den Ofen gießen, so dass sich Wasserdampf bildet. Sofort die Tür schließen. Damit bekommt das Brot eine schönere, knusprige Kruste

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