Backpflaume geht Liaison mit Kaninchen ein…

 

Wenn ich in der Vergangenheit Kaninchen zubereitet habe, habe ich meist die klassische Variante gemacht. Meine Großmutter hat lange in Frankreich gelebt und von dort ein Rezept mitgebracht, wo man das Kaninchen mit Rotwein, Zwiebeln, Wurzeln, Kräutern usw. zubereitet.

Doch dieses Mal wollte ich einen anderen Geschmack. Etwas anders machen. Meine Familie nahm den Vorschlag Kaninchen auf eine andere Art zu kochen dankbar an. Abwechselung ist zwar nicht immer gut. Aber in diesem Fall hat es sich gelohnt. Mit nur einigen Zutaten habe ich variiert und das Tierchen ist total lecker geworden. Die Sauce, die beim Schmoren im Ofen entstanden ist, war sensationell. Ohne das ich sie noch durch ein Sieb gestrichen, weiter behandelt hätte oder irgendwas mit ihr angestellt habe. Sie stand einfach für sich und war klasse.

Ich verzichte beim Schmoren immer auf das vorherige Anbraten des Fleisches. Profis werden bei dem Satz vielleicht die Hände über dem Kopf zusammen schlagen. Aber ich habe ehrlich gesagt noch keinen geschmacklichen Unterschied feststellen können. Ich mache eine (meine) etwas andere Methode. Vorher wird das Fleisch normalerweise angebraten, damit sich Röstaromen an der Oberfläche bilden. Ich schmore das Fleisch vorher und röste dann. Und meine Küche ist nicht mit Fettspritzern durch das Anbraten in der Pfanne übersät und kein durchdringender Geruch wabert herum.

 

Aus diesem Grund fange ich immer mit den weiteren Zutaten und dem Schmortopf an. Dort habe ich alles hineingegeben. Backpflaumen sollten es sein. Ich habe mir gedacht, dass die sehr gut mit dem Geschmack des Kaninchens harmonieren. Sie bringen eine Süße mit, die die richtige Raffinesse in das Gericht zaubert. Dazu etwas Weißwein, sowie Zwiebel und Knoblauch. Ein weitere Geschmacksspitze sollte frischer Thymian bringen. Diese Zutaten, mit Salz, eine Prise gemahlenen Chili, Gemüsepaste und damit die Kaninchenteile so richtig baden können, einen Schuß Wasser im Topf vermischen. 

Das Kaninchen habe ich in acht Teile zerlegt und so roh wie sie waren in den Sud platziert. Den Deckel auf den Schmortopf gelegt und ab in den Ofen geschoben. Dort haben sie sich dann für die nächsten eineinhalb Stunden aufgehalten. Ab und zu habe ich sie umgeschichtet, so dass alle was von dem Sud abbekamen.

Zu guter Letzt den Sud, der wirklich herrlich ist, in einen Topf giessen und wenn das Fleisch gebräunt und knusprig ist, ggfs. kurz noch mal wärmen. Die Teile des Karnickels, die noch ein wenig blass sind zu der Zeit zurück in den Ofen schieben und diesmal ohne Deckel bräunen lassen.

Dazu haben wir Röstkartoffeln und grüne Bohnen gegessen. Die Kartoffeln habe ich auch in eine Auflaufform gegeben und die letzte halbe Stunde zusammen mit dem Fleisch rösten lassen.

Diese Art zu kochen gefällt mir immer wieder sehr gut. Die Sachen für den Topf hat man in nullkommanichts zusammen, vorbereitet und in den Schmorer geworfen. Und den Rest erledigt der Backofen ganz allein. So entspannend kann lecker genußvoll kochen sein.

Viele haben mich schon gefragt, ob es nicht sehr aufwändig ist, als Allergiker immer wieder Gerichte zu finden, zu kochen, die auch noch schmecken, weil man ja auf soviel verzichten muß. Ich kann nur immer wieder sagen: nein! Es ist anders. Aber mindestens genauso gut, wenn nicht so manches Mal sogar besser. Die meisten Allergiker, die ich kenne verwenden ausschließlich frische Zutaten.

Rezept

Für 4 Personen
Arbeitszeit ca. 20 Minuten
Schmorzeit ca. 90 Minuten

1 frisches Kaninchen in acht Teile zerlegt
4 grosse Schalotten
1 Glas trockener Weißwein
5-8 Zweige frischer Thymian (je nach Grösse)
12 Backpflaumen entsteint
1 grosse Tasse Gemüsebrühe oder 1EL Gemüsepaste plus 1 Tasse Wasser
Salz und Chili oder schwarzer Pfeffer

  1. Alle Zutaten in einen Bräter oder Schmortopf legen. Mit Alufolie oder einem Deckel abdecken
  2. In den Ofen schieben und bei 190°C Umluft ca. 90 schmorren. Ab und zu umrühren
  3. Den Sud in einen Topf abgiessen und ggfs. nochmal kurz aufkochen
  4. Das Fleisch im Bräter ohne Deckel im Ofen knusprig braun werden lassen

Dazu passen Röstkartoffeln und grüne Bohnen

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